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Endlich Models, die nicht hungern müssen

Mittwoch, 03. Mrz. 2010

Mager-Models bekommen immer mehr Konkurrenz durch Frauen mit üblichen Konfektionsgrößen, in den Mode-Magazinen, bei großen Werbekampagnen und auch auf dem Laufsteg. Dieser Tage setzte der britische Designer Mark Fast bei der Londoner Fashion Week auf Normalität.


MarcFast_kleinNormalgewichtige Mädchen präsentierten die neue Kollektion von Mark Fast und zeigten in seinen körperbetonten Strickmodellen ganz selbstverständlich Kurven. Allen voran Crystal Renn, die zuletzt mit ihrem Buch „Hungry“ über ihre Modelzeit mit erhungerten 42 Kilo und ihre Wandlung zum gefragten Model mit Größe 42 für Aufsehen sorgte. Die meisten Models, die in Fasts Show liefen, trugen die sehr verbreitete Kleidergröße 40.

Seine Kollektion für Herbst und Winter 2010 zeigte eine eher praktische Mode mit geraden Schnitten und fließenden Röcken, in denen auch die natürlichen Kurven attraktiv zur Geltung kamen. Dem modeinteressierten Publikum gefiel es, schließlich möchte frau doch auch selbst in die neue Mode passen. Die Präsentation war zudem ein schöner Beweis dafür, dass DesignerInnen mit jeder Figur klar kommen können, wenn sie den richtigen Schnitt und das passende Material wählen.

Erst wenige Tage davor war auf dem Londoner Catwalk aber leider auch das Gegenteil zu sehen gewesen, ein erst 16-jähriges Model mit der US-Kleidergröße Null. Diese Größe entspricht der europäischen 32 und damit einer Kindergröße. Ein kanadisches Model, das bei einer Größe von 1,78 Metern 50 Kilogramm wog, war ausgeschlossen worden.

Mark Fast hat mit seiner Schau in London ein weiteres wichtiges Zeichen gesetzt. Nun gilt es, dass mehr KollegInnen es ihm gleich tun, dass Medien sorgsamer mit Bildern arbeiten und sensibler berichten. Denn erst wenn Frauen mit durchschnittlichen Maßen nicht mehr als „Plus-Size“ oder „Ü“ für „Übergröße“ bezeichnet werden, können sich Frauen unabhängig von ihrer Größe, ihrer Beinlänge, ihrem Hüft- oder Brustumfang ungestört in ihrem Körper wohlfühlen und ihre individuelle Weiblichkeit genießen. Dafür setzt sich die „Initiative S-O-Ess gegen ungesunde Schlankheitsideale“ des Wiener Programms für Frauengesundheit konsequent ein.

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