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Schöne Menschen, schöne Babies, schöne neue Welt
Ein Internetportal verkauft Ei- und Samenzellen „schöner“ Menschen
Montag, 05. Juli 2010
Als der britische Schriftsteller Aldous Huxley seinen Roman „Schöne neue Welt“ schrieb, in dem er das Thema „Designerbabies“ vorweg nahm, hätte sich wohl niemand vorstellen können, wie nah der Autor damals schon an der Wirklichkeit war. Denn „schöne Designerbabies“ kann sich jetzt jeder und jede kaufen – natürlich im Internet.
Wie die Zeit im Bild 2 vergangene Woche berichtete, will das Internetportal „BeautifulPeople.com“, in das nur „schöne“ Menschen zur Partnersuche aufgenommen werden, die Ei- und Samenzellen ihrer Mitglieder auch jenen Menschen zur Verfügung stellen, die weniger von „Schönheit“ begünstigt sind.
Lasst „schöne“ Menschen um mich sein
Das Internetportal wurde 2002 ins Leben gerufen. Die Intention der Gründer: Ein Partner-Such-Portal, in dem garantiert nur schöne Menschen aufeinander treffen. Die Auswahl, wer denn nun schön genug für dieses Portal ist, erfolgt über die Mitglieder. Potenzielle EinsteigerInnen laden ein Foto hoch. Innerhalb von 48 Stunden wird dieses von bereits registrierten TeilnehmerInnen bewertet. Die Bewertungsmöglichkeiten lauten: "Ja, auf jeden Fall", "Hmm, ja, OK", "Hmm, nein, nicht wirklich" und "NEIN auf KEINEN Fall.
Zugenommen - rausgeflogen
Angeblich werden 80 Prozent der BewerberInnen abgelehnt. Und auch eine positive Bewertung beim Einstieg, ist kein Garant für eine dauerhafte Mitgliedschaft: Nach Weihnachten 2009 wurden 5.000 Mitglieder ausgeschlossen, weil sie zugenommen hatten. Dennoch gibt das Internetportal an, mittlerweile 600.000 Mitglieder aus 190 Ländern zu haben.
„Designer-Babies“ für alle!
Und weil die „BeautifulPeople“-Internetcommunity sich altruistisch geben will, startete vor kurzem der „Beautiful Baby Service“. Mitglieder der Internetplattform können Ei- und Samenzellen spenden, um anderen Menschen, auch Nicht-Mitgliedern, die Möglichkeit für „schöne Babies“ einzuräumen. „Wir haben anfangs gezögert, das Angebot auf nicht-schöne Menschen auszuweiten“, sagte der Website-Gründer Robert Hintze in einer Presseaussendung des Unternehmens: „Aber jeder – auch ein hässlicher Mensch – würde gerne gut aussehende Kinder in die Welt setzen, und wir dürfen uns angesichts unseres attraktiven Genpools nicht selbstsüchtig verhalten.“
„Diese Website und ihr neuer „Service“ ist an Zynismus und Menschenverachtung nicht zu überbieten“, ärgert sich Wiens Frauengesundheitsbeauftragte Univ.-Profin. Drin. Beate Wimmer-Puchinger in einer Reaktion auf die Pressemitteilung. „Das Wiener Programm für Frauengesundheit spricht sich dezidiert gegen eine solche Selektion aus, die lediglich ein vollkommen falsches „Schönheitsideal“ und einen neuen Körperrassismus unterstützt.“
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