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Körperkult und Schönheitswahn
Die Wiener Vorlesungen sind auf Tournee: Am 5. August wird in Gmunden „gelesen“.
Mittwoch, 04. August 2010
„Schönheitskult ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts“, weiß Univ.-Prof. Dr. Franz X. Eder, der im Rahmen dieser Vorlesung den ersten Vortrag halten wird. „Schon in der Antike war Körperkult und Ästhetik ein Thema.“ Eine singuläre Stellung nimmt das Thema allerdings seit einigen Jahrzehnten aufgrund von Konsum und Medien ein: Der Körper, vor allem natürlich der weibliche Körper, wird aufgrund einer Omnipräsenz des Themas in den Medien zum Objekt, der einer bestimmten Vorstellung (jung, schön, optimal proportioniert) entsprechen muss – ein Phänomen, das sich durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht.
Normierung und Kontrolle
Eders Vortrag spürt dem Kontext von Diskursen und Visualisierungen der Körperästhetik ebenso nach, wie ihrer Funktion in der modernen westlichen Gesellschaft. Es werden die Veränderungen der konkreten Schönheitspraktiken diskutiert und Fragen der Normierung und Kontrolle besprochen. Weiters wird den Funktion des Körpers und seiner Schönheit bei der Etablierung und Absicherung der Geschlechterdifferenz nachgespürt werden.
Die Macht des Schönheitskults
Wiens Frauengesundheitsbeauftragte, Univ.-Profin. Drin Beate Wimmer-Puchinger widmet sich in ihrem Vortrag der kritischen Reflexion zur Macht des Schönheitskultes. „Der „perfekte weibliche Körper“ wird mehr und mehr zum Statussymbol, kritisiert sie. „Ein selbstbewusstes, positives Erleben des Körpers wird durch die immer aggressivere „Beschallung“ mit jungen, superschlanken Körperbildern immer schwieriger.“ Der eigene Körper sei, so Wimmer-Puchinger, zu einem Faktor der globalen Wirtschaft geworden.
Niemals aus dem Rahmen fallen
Aus diesem perfekten, vorgegeben Rahmen zu fallen, wird immer problematischer. Ängste und Unsicherheiten werden bewusst geschürt. Wimmer-Puchinger wird in ihrem Vortrag auch auf den neuen Trend der „Genitalverschönerung eingehen. Immer mehr junge Frauen lehnen ihr Genitale ab, weil es nicht dem propagierten Schönheitsideal entspricht. Sie wenden sich an die Schönheitschirurgie, um sich einem vorgegeben Ideal anzupassen. Dies soll jedenfalls kritisch hinterfragt werden. „Wir brauchen Strategien, um sich diesem krankmachenden Druck erfolgreich zu entziehen“, fordert Wimmer-Puchinger.
Abgerundet wird das Programm mit einer Lesung der Schauspielerin Dorothee Hartinger. Der Eintritt zur Vorlesung ist frei.
Informationen zur Veranstaltung
Wiener Vorlesungen zu Gast bei den Festwochen Gmunden
Donnerstag, 5. August 2010, 19.30 Uhr
Stadttheater Gmunden, Theatergasse 7, 4810 Gmunden
Titel: „Körperkult und Schönheitswahn zwischen Kontrolle, Korrektur, Normierung, Lifestyle und…?
Moderation: Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt
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