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Podiumsdiskussion: Frauen sollen sich kein Körper- und Schönheitsideal aufzwingen lassen
Schönheitsindustrie zurückdrängen, Akzente in den Bildungseinrichtungen setzen
Donnerstag, 05. Mai 2011
Kinder verbringen viel Zeit in Bildungseinrichtungen und sind dort erreichbar. Hier gebe es die Chance, ein Umdenken einzuleiten. "Wir sollten Sexualunterricht mehr Stellenwert zukommen lassen", forderte Heinisch-Hosek. Das Ziel sei es, vor allem jungen Mädchen ein gesundes Körperbewusstsein zu vermitteln und medial verbreitete Körperbilder zu hinterfragen. Dazu sollten vermehrt ExpertInnen in die Schule geschickt werden. "Frauenpolitik muss hier Akzente setzen", so Heinisch-Hosek, "wir dürfen uns nicht fremdbestimmen lassen".
Es habe sich ein Körperbild in der Gesellschaft etabliert, das Schönheit auch durch medizinische Eingriffe käuflich und zur Pflicht macht. Auch die Wiener Gesundheitsbeauftragte Beate Wimmer-Puchinger stellte fest: "Schön sein wird zur Leistung und Pflicht ." Immer mehr Mädchen seien mit ihrem Körper unzufrieden. "Der Körper wurde zur Ware gemacht ", so Wimmer-Puchinger.
Auch in der Politik müsse man darauf achten, dass Frauen nicht unverhältnismäßig nach ihrem Äußeren beurteilt werden, sagte Heinisch-Hosek. Hier würde viel stärker als bei Männern nach einem Schönheitsideal bewertet und Inhalte treten in den Hintergrund. "Es geht um Herrschaftsverhältnisse", betonte Heinisch-Hosek, "weil das Patriarchat noch nicht abgeschafft ist", seien diese Mechanismen noch immer wirksam. Es werde versucht, Frauen ins Eck zu drängen. Daher bekräftigte Heinisch-Hosek: "Es braucht mehr Frauen in den Entscheidungspositionen", auch in Branchen wie der Mode, in denen Körperbilder produziert werden.
An der Podiumsdiskussion nahmen unter der Moderation von Karin Strobl Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die Frauengesundheitsbeauftragte der Stadt Wien Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, die Modefotografin Inge Prader, sowie der Arzt für plastische Chirurgie Dr. Artur Worseg teil.
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