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Neue DVD: „Ana Ex“ oder ein Puppenhaus

Magersucht kommt als Puppe in neuem Aufklärungsfilm selbst zu Wort

Donnerstag, 19. Juni 2008

Die Kamera zeigt ein bekanntes Bild: eine Therapeutin unterhält sich mit ihrer jungen Klientin, einem Mädchen namens Ana Ex. Doch leidet Ana Ex nicht an Magersucht – nein, sie IST die Magersucht.


DVD Ana Ex - Copyright Institut für Systemische TherapieDie Szene stammt aus „Ana Ex“, einem neuen Aufklärungsfilm zu Anorexie (Magersucht), produziert vom Wiener Institut für Systemische Therapie (IST). Darin verwandelt das dreiköpfige Produzententeam die Krankheit Anorexie in eine Puppe, die in der Therapie aus der Schule plaudert und Fragen beantwortet, die sich Betroffene und Angehörige oft selbst stellen: „Welchen Einfluss hast du auf das Leben junger Menschen? Wer unterstützt dich, wenn du deine Macht vergrößert? Wie können die Betroffenen dich beeinflussen? Was können Eltern oder FreundInnen der Betroffenen tun, um dich zu schwächen?“.

Der Film soll Eltern helfen, ihre betroffenen Kinder besser zu verstehen und möchte Betroffene selbst zu Mut und Selbstbestimmung aufrufen. Die Nach-Außen-Verlagerung und Personifikation der Krankheit hilft Menschen, sich von „problembehafteten“ Beschreibungen ihres Lebens, ihrer Beziehungen und ihrer Arbeit zu lösen. So kann die Wechselbeziehung zwischen Mensch und Problem erforscht werden.

Denn für die „Pro-Anas“ ist die lebensgefährliche Magersucht zur Freundin geworden, zum Lebensstil, zu einer Religion mit Glaubensbekenntnis und zehn Geboten, die das „richtige“ Verhalten festlegen. Sie treffen sich in Internet-Foren und tauschen über Weblogs Tipps zum Fasten aus. Essen definieren sie als Charakterschwäche und als Sucht; untergewichtig zu sein dagegen als Schönheitsideal. Als „Thinspiration“ gelten magersüchtige Models, Frauen, deren Schlüsselbeine und Rippen sich deutlich abzeichnen.

"Ana Ex" möchte ein ernstes Thema, Betroffenen und Angehörigen spielerisch näher bringen. Fachkräfte erhalten mit „Ana Ex“ ein Werkzeug, das die Wechselwirkung zwischen der Störung und dem sozialen Umfeld und deren Nutzung für die Veränderung deutlich macht. Sinnvoll kann sie außerdem in der Präventionsarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen eingesetzt werden.

  • Die Präsentation des Filmes findet am Montag, 30. Juni 2008 um 19 Uhr im Institut für Systemische Therapie statt: Am Heumarkt 9 / 2 / 22, 1030 Wien >  www.ist.or.at
     
    Anmeldung unbedingt erforderlich.

Einladung zum downloaden.

 

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