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Hohe finanzielle Belastungen durch Bulimie

Dienstag, 17. Februar 2009

An Bulimie erkrankte Frauen geben jährlich tausende Euros für Lebensmittel, Diätpillen und Abführmittel aus. Essstörungen haben also signifikante Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Betroffenen, wie nun eine innovative Studie belegt, die erstmals den Kostenaufwand von Bulimikerinnen untersucht.


Während zahlreiche Studien die körperlichen und psychischen Auswirkungen von Essstörungen untersucht  haben, war der Aspekt der finanziellen Belastungen durch eine Essstörung für die Betroffenen selbst bisher vernachlässigt worden. In einer neuen US-amerikanischen Studie analysierten ForscherInnen der University of Minnesota Medical School daher die Ausgabegewohnheiten von zehn Frauen, bei denen eine Bulimie klinisch diagnostiziert worden war. Sieben Tage lang protokollierten die Teilnehmerinnen ihre Nahrungsaufnahme, die Einnahme von Diätpillen und Abführmitteln sowie die Häufigkeit ihrer Brechanfälle. Anhand dieser Aufzeichnungen errechneten die ForscherInnen die Kosten, die für das Essen, die Appetitzügler und die Laxantien benötigt wurden. Aus den Berechnungen ergab sich, dass eine Person, die an Bulimie erkrankt ist, über ein Drittel ihres gesamten Essensbudgets zur Finanzierung von Lebensmittel für Ess-Brechanfälle aufwendet. Für Abführmittel und Diätpillen geben PatientInnen durchschnittlich $ 236,00 (€ 182,00) pro Jahr aus. Diese Werte werden
von den ForscherInnen jedoch als Untergrenze für tatsächliche finanzielle Belastungen eingeschätzt. „Vielen BulimikerInnen ist das Ausmaß dieser Ausgaben gar nicht bewusst, da sie nicht auf einmal getätigt werden, sondern allmählich anwachsen,“ gibt der Projektleiter Scott J. Crow zu bedenken und hofft, dass auch die Verdeutlichung der hohen finanziellen Kosten, die die Bulimie mit sich bringt, Betroffene veranlässt, professionelle Hilfe für ihre Erkrankung zu suchen.

 

Scott J. Crow u.a., Monetary costs associated with bulimia, International Journal of Eating Disorders Vol. 42, Iss. 1, 81-83.

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