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Beunruhigender Trend: Die Schönheitschirurgie boomt.
Dienstag, 17. Februar 2009
In der Umfrage, für die 413 Frauen in ganz Österreich zum Thema Schönheitsoperationen befragt wurden, zeigt sich, dass sich bereits 8% der Über-14jährigen einer Schönheitsoperation unterzogen haben. Weitere 25% können sich vorstellen, einen schönheitschirurgischen Eingriff an sich vornehmen zu lassen. „Diese hohen Werte zeigen, dass Frauen so stark mit normierten Schönheitsidealen konfrontiert sind, dass viele von ihnen glauben, sie nur durch medizinische Eingriffe erreichen zu können“, so die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, a.o. Univ.-Profin Drin Beate Wimmer-Puchinger. Bei den Eingriffen dominieren hauptsächlich „verjüngende“ Prozeduren, wie etwa Faltenbehandlungen und Gesichtsstraffungen. Der Jugendlichkeitswahn macht jedoch beim Gesicht nicht halt sondern hat auch die intimsten Körperregionen erreicht: Sogenannte „Verjüngerungen“ der Vulva werden immer häufiger angeboten und nachgefragt. Laut der American Society of Plastic Surgery ist die Vaginalchirurgie das am schnellsten wachsende Segment der Plastischen Chirurgie. „Zur Sicherheit oder zu den Langzeitfolgen derartiger Eingriffe gibt es allerdings kaum wissenschaftliche Evidenz“, kritisiert die Schweizer Gesundheitswissenschafterin Profin Ilona Kickbusch diesen Trend, der maßgeblich von den gängigen Körperidealen in der Pornoindustrie geprägt ist und beeinflusst wird.
In scharfem Kontrast zur Popularität von Schönheitsoperationen steht jedoch die Zufriedenheit der PatientInnen mit den Resultaten der Eingriffe. Das Risiko, eine Operation auf sich zu nehmen, führt häufig nicht zum gewünschten Ergebnis, wie die aktuelle Studie zeigt. Elf Prozent der Befragten, die bereits einen einschlägigen Eingriff hinter sich haben, sind „sehr unzufrieden“ mit dem Ergebnis, das sind mehr als jene zehn Prozent, die „sehr zufrieden“ bilanzieren.
Knapp die Hälfte der befragten Frauen hält den Einfluss der Medien für besonders bedeutend, wenn es um die (Un-)Zufriedenheit mit dem eigenen Körper geht – das ist deutlich mehr Einfluss als etwa dem eigenen Partner (28%) oder den Freundinnen (28%) zugeschrieben wird.
Gerade in Hinblick auf diese Zahlen ist es umso wichtiger, Frauen den Druck zu nehmen, sich an normierten Schönheitsidealen orientieren zu müssen. Gesundheits- und Sozialstadträtin Maga Sonja Wehsely unterstützt dieses Anliege und betont angesichts der aktuellen Daten die Wichtigkeit der Aktivitäten der Stadt Wien gegen den krank machenden Schönheits- und Schlankheitswahn. So setzt sich die Initiative S-O-Ess unter dem Motto „No BODY is perfect“ gegen krank machende Vorbilder und unrealistische Ideale ein. Stadträtin Wehsely: „Durch den Schulterschluss von Politik, GesundheitsexpertInnen, Mode, Werbung, Medien und Show-Business wird die Bewusstseinsbildung zu diesem Thema unterstützt.“
Mehr zur Initiative „No BODY is perfect“ erfahren Sie hier.
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