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Frau is(s)t anders
Montag, 09. März 2009
Im Gegensatz zu Männern zeigen Frauen mehr Interesse für Ernährungsfragen, ernähren sich gesünder, haben aber auch häufiger Probleme mit ihrem Essverhalten und entwickeln Essstörungen. Diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen sich bereits im zarten Alter der Sieben- bis 13-Jährigen. "Fast ein Drittel der Mädchen in dieser Altersgruppe will bereits abnehmen, während die Burschen überwiegend nach Gewichtszunahme streben" bestätigt Univ.-Dozin Drin Ingrid Kiefer, Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung und Prävention der AGES. Auch im Erwachsenenalter kontrollieren Frauen ihr Gewicht strenger und greifen häufiger zu fettreduzierter Kost. Psychologische und soziokulturelle Faktoren wie das gesellschaftliche Schlankheitsideal oder eine traditionelle Rollenverteilung können als Ursachen für dieses divergierende Ernährungsverhalten gesehen werden.
Trotz des bewussteren Umgangs mit Ernährung und dem eigenen Körper sind Frauen in den Industrieländern fast genau so oft von Adipositas, der krankhaften Fettsucht, betroffen wie Männer. Dies steht möglicherweise im Zusammenhang mit ständigem Diäthalten und dem berüchtigten Jojo-Effekt, der als ein Risikofaktor für Gewichtszunahme angesehen werden kann. Regelmäßige Diäten mit wiederkehrendem gezügelten Essverhalten spielen auch bei der Entwicklung von Magersucht und Bulimie eine große Rolle – Frauen sind davon zehn bis 20 Mal häufiger betroffen als Männer. Genetische, biologische, kulturelle, familiäre und intrapsychischen Faktoren dürfen aber natürlich nicht außer Acht gelassen werden.
Das Wissen über die signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede im Ernährungsverhalten muss bei Ernährungsempfehlungen berücksichtigt und in qualifizierten Angeboten zur Ernährungsprävention und Therapie miteinbezogen werden.
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