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Die meisten Berufstätigen kochen kaum noch selbst
Mittwoch, 11. März 2009
Für die Erhebung hat der Lebensmittelkonzern Nestlé rund 3000 deutsche VerbraucherInnen befragt. Ein Drittel der Berufstätigen hat demnach überhaupt keine geregelten Mahlzeiten mehr. 85 Prozent gaben an, nicht das zu essen, was sie eigentlich wollen und für richtig halten. Nach eigenen Angaben essen sie zu viel und zu unkontrolliert. „Die Deutschen leisten sich die teuersten Küchen, bestücken den Kühlschrank aber eher bescheiden“, sagte Nestlé-Chef Paul Bulcke der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.
Die Berufstätigen bevorzugen Effizienz beim Kochen, wollen das Essen möglichst zeitsparend zubereitet haben und greifen daher vor allem auf Fertigprodukte zurück. Neben der Kochkunst geht dabei auch die soziale Komponente des Essens verloren: „In Südeuropa schenken die Menschen dem Essen eine viel höhere Bedeutung. Da wird in der Familie zusammen gekocht, man kauft frische Produkte, alle sitzen am Tisch und reden“, so Paul Bulcke. Besonders groß ist das Problem offenbar bei Männern: „Ob Männer gesund essen, hängt häufig davon ab, ob sie in guten Frauen-Händen sind“, heißt es laut „FAS“ in der Studie, die damit zeigt, wie tief Rollenklischees in der Lebensmittelversorgung von Familien und Partnerschaften verankert sind.
Problematisch ist diese Entwicklung vor allem auch, da Kinder ihr Essverhalten durch Model-Lernen entwickeln und dabei maßgeblich von ihren Eltern beeinflusst werden. In Familien, in denen keine gemeinsamen Mahlzeiten eingenommen werden, keine frischen Lebensmittel verwendet werden und die Nahrungsaufnahme mit Hektik und Schuldgefühlen verbunden ist, verlernen Kinder den natürlichen Zugang zum Essen. Die Erkennung des natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühls sowie eine positive Konnotation von Mahlzeiten sind jedoch wichtige Voraussetzungen für einen unbeschwerten und gesunden Umgang mit dem eigenen Körper und seinen Bedürfnissen.
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