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Barbie: Ein überschlankes Ideal wird 50.

Was richtet die langbeinige Plastikschönheit in den Köpfen unserer Kinder an?

Donnerstag, 12. März 2009

Barbie Millicent Roberts – so der vollständige Name – erblickte am 9. März 1959 in New York das Licht der Spielzeugwelt. Genau einen Tag nach dem Weltfrauentag zeigte sich Barbie nun zum 50ig Geburtstag in voller Weiblichkeit – gewohnt makellos, schön, langmähnig, vollbusig und schlank. Die Plastikschönheit fungiert als großes Vorbild für kleine Puppenmütter und das bereits über Generationen hinweg.


Barbie Massband-Ausschnitt

Laut ärztlicher Diagnose verliert dieses geschaffenes Frauenbild jedoch an Brillanz, wenn die Puppenmaße auf einen realen Frauenkörper umgelegt werden. Erst dann werden die gesundheitsschädlichen Körperformen des Spielzeugs deutlich: Fehlbildungen der Gelenke, Atemnot durch zu eng geschnürte Taille, Unfruchtbarkeit aufgrund von zu wenig Fettgewebe. Da stellt sich die Frage, was die enorm populäre Plastikschönheit in den Köpfen von Kindern bewirkt. Bleibt der Nachwuchs vom unerreichbaren Schönheitsideal des Spielzeugs psychisch und physisch unbeeinflusst? Oder verstecken sich hinter dem harmlosen Barbiespiel vielleicht doch Risiken?

 

Die „Barbiesierung“ der Kinderzimmer wird von PsychologInnen mit wachsendem Unbehagen beobachtet, denn die Puppe suggeriert ein Bild von idealer Schönheit, Erfolg und Schlankheit, das sich in der kindlichen Psyche manifestiert. Die englischen Forscherin Helga Dittmar von der University of Sussex untermauert dies im Jahr 2006 mit einer aufsehenerregenden Studie. 200 junge Probandinnen im Alter zwischen fünf und acht nahmen an dem Forschungsprojekt teil. Ihnen wurde eine Abbildungen von Barbie und das Bild einer Puppe mit realistische Körperproportionen vorgelegt. Danach wurden die jungen Teilnehmerinnen aufgefordert, aus einer Reihe von Figuren jene auswählen, die sie gerne jetzt und später als erwachsene Frauen hätten. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der Wunsch der Mädchen nach einer extrem schlanken Figur durch die Betrachtung der Barbiepuppe verstärkt wurde. Wenn Mädchen jedoch die realistische „Emme“-Puppe ansahen, waren sie mit ihrem Körper insgesamt zufriedener. Je älter die Probandinnen waren, desto deutlicher ließen sich diese Effekte beobachten.

 

Im Fachmagazin „Developmental Psychology“ resümierte Helga Dittmar: „Solche ultra-dünnen Figuren schwächen das Selbstwertgefühl der Mädchen und bewirken, dass sie mit ihrem eigenen Körper weniger zufrieden sind und dünner werden wollen“. Fatal wird diese Einstellung vor allem in der Pubertät, wenn sich die Sensibilisierung der eigenen Körperwahrnehmung und –entwicklung verstärkt.

 

So macht der 50. Geburtstag der Stilikone einmal mehr deutlich, dass im Bezug auf den Nachwuchs gerade heute eine ganz besondere Sensibilisierung und Körperbewusstseinsbildung gefordert ist.

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