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Ernährungsbericht 2008
So isst Österreich: Fett und Salz in Übermaßen
Freitag, 27. März 2009
Die Studie des Ernährungswissenschaftlers Ibrahim Elmadfa vom Institut für Ernährungswissenschaften an der Uni Wien zeigt, dass sich zwischen dem Jahr 2003 bis 2008 der Prävalenzzahlen an Übergewichtigen und Adipösen in der österreichischen Bevölkerung deutlich erhöht hat. Gesundheitsminister Alois Stögerer (SP) sieht aufgrund der vorliegenden Ergebnisse einen dringlichen Handlungsbedarf und plant, noch vor dem Sommer einen „Nationalen Aktionsplan Ernährung“ auszuarbeiten.
Übergewicht und Adipositas
Laut Ernährungsbericht ist für alle Bevölkerungsgruppen in Österreich ein breites Nahrungsangebot erhältlich und somit der Bedarf an Nahrungsenergie und nahezu alle Nährstoffen theoretisch gedeckt. Das (Über-)Angebot an Speisen und Getränken hat jedoch auch eine negative Seite: Die neuesten Erkenntnisse belegen, dass mehr als 42 Prozent der Erwachsenen mit Übergewicht zu kämpfen haben. Elf Prozent weisen ein adipöses Krankheitsbild auf, wobei Männer über 40 davon stärker betroffen sind. Den Erhebungen zufolge sind bereits 19 Prozent der sechs bis 15-jährigen Schulkinder übergewichtig, acht Prozent leiden an Adipositas. Auch geografisch gibt es markante Unterschiede: Der Osten ist demnach gewichtiger als der Westen.
Zuwenig Bewegung, zuviel Cholesterin
Die Ursachen für diese ernüchternden Forschungsergebnisse sehen die Experten durch einen verminderten Energieverbrauch, welcher durch die geringe Aktivität der Bevölkerung entsteht. Der bestehende Bewegungsmangel führt dazu, dass an einigen Nährstoffen wie etwa Fett, Zucker oder Natrium ein Überschuss im Körper gespeichert wird. Eine erhöhte Zufuhr an Nahrungscholesterin belastet vor allem den Gesundheitszustand von SeniorInnen und jüngeren Männern. Die gewünschte Tagesration an ballaststoffreichen Kohlenhydraten von 30 g pro Tag, also 55 Prozent der Energie, wird von keiner Altersgruppe erreicht. Rund 39 Prozent der ÖsterreicherInnen bestätigen einen regelmäßigen Konsum an Nahrungsergänzungsmittel (Vitaminpillen). Der empfohlenen Tagesbedarf an Nährstoffen wird mit den zugeführten Präparaten zu 100 Prozent gedeckt. Gesundheitliche Nebenwirkungen sind aber demnach nicht zu befürchten, da die tolerierbare Höchstmenge in keinem Falle erreicht wird.
Wasser und Alkohol
Erstmals wurde im Ernährungsbericht 2008 das Trinkverhalten der Österreicher untersucht. Hier lässt sich eine positive Entwicklung erkennen: Elmadfa berichtet, dass die empfohlenen Flüssigkeitszufuhr sogar überschritten wird. Das Trinkwasser ist das beliebtestet und am häufigsten konsumierte Getränk. Im Rahmen bewegt sich der Alkoholkonsum, wobei der Verbrauch an alkoholischen Getränken bei übergewichtigen Personen erhöht ist.
Bewegung im Alltag integrieren
Abschließend sei gesagt, dass punkto Energiezufuhr der Leitsatz „Weniger ist mehr“ befolgt werden soll, bei der Bewegung hingegen darf es „gern a bisserl mehr“ sein. Ein Weg beginnt mit dem ersten Schritt: Planen Sie für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden die empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag in Ihren Alltag ein – dabei zählt jeder noch so kleine Schritt. Die tägliche Schrittzahl kann man auch ohne größere Anstrengung erhöhen und so Energieverbrauch, Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge und Wohlbefinden steigern – Stiegen steigen und Rolltreppe meiden.
Der Ernährungsbericht 2008 ist kostenlos beim Bundesministerium für Gesundheit und Frauen erhältlich.
Bestellung unter 0810/818 64 oder per email broschuerenservice@bmg.gv.at.
Der Ernährungsbericht steht hier zum Download zur Verfügung.
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