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Erfreuliches Erdbeben in der Modewelt - „Vogue“ kritisiert Designergrößen

Montag, 27. Juli 2009

Es passiert nicht alle Tage, dass die britische Vogue – eine der renommiertesten und einflußreichsten Publikationen der Modewelt – offen und ungeschminkt Designer kritisiert. Umso bedeutsamer, dass es bei diesem seltenen couragierten Akt um den wachsenden Schlankheitswahn in einer Branche geht, die weltweit tausende Teenager in die Magersucht treibt. Ein gefährlicher Umstand, auf den „S-O-Ess“, die Initiative gegen ungesunde Schlankheitsideale des Wiener Programms für Frauengesundheit, seit vielen Jahren hinweist.


Alexandra Shulman, Chefin der britischen „Vogue“ wandte sich kürzlich mit einem Brief an Modedesigner verschiedener Couture- Häuser und ruft darin mit deutlichen Worten zum Umdenken auf. Modezeitschriften bliebt nichts anderes übrig, Models mit "hervorstehenden Knochen bzw. ohne Busen oder Hüfte" zu engagieren. Der Grund: Jene Kleidungsstücke, die von Designern für Fotoshootings zur Verfügung gestellt werden, sind "deutlich kleiner" als früher und passen nur mehr Models mit einem Body Mass-Index (BMI) von 18 und weniger.
 
Die Vogueist mittlerweile gezwungen, nach den Fotoaufnahmen regelmäßig die Körperfülle der Mädchen am Computer zu retouchieren, damit diese fülliger - und somit gesünder - aussehen. Drei Models sind in der Vergangenheit an dem dadurch angefachten Schlankheitswahn und der selbst auferlegten unzureichenden Ernährung gestorben.
 
Durch den Vogue-Brief ist wieder frischer Wind in ein Anliegen gekommen, das seit vielen Jahren im Raum steht: Eine Vielzahl von Unternehmen unterstützt bereits Kampagnen gegen Magermodels. So traf Unilever 2004 den Beschluss, nur noch mit Models Werbung zu machen, die einen BMI von mehr als 18,5 haben. Dieser Wert wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als Minimum für gesunde Menschen angesehen.
In Österreich leistet die Initiative „S-O-Ess“ seit vielen Jahren Pionierarbeit auf diesem Gebiet. Durch die Zusammenarbeitvon GesundheitsexpertInnen mit Medien, der Werbewirtschaft sowie Vertretern aus dem Mode- und Showbusiness sollen unrealistische – und somit gesundheitsschädigende – Frauenvorbilder korrigiert und gesundheitsförderlicheStandardsetabliert werden, um der Entstehung von Essstörungen vorzubeugen. Persönlichkeiten wie die Sängerin Christine Stürmer oder Mode-Designer La Hong unterstützen die Initiative.
 
Links:
·         Mehr über die Ziele, Projekte und Unterstützer von „S-O-Ess“: www.s-o-ess.at
·         „Zeit“-Artikel („Dicker Angriff auf die Designer“): http://www.zeit.de/online/2009/25/magermodels-vogue

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