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Alle Jahre wieder: Sommerzeit ist Abnehmzeit - koste es, was es wolle - Bikinifigur um jeden Preis?

Montag, 27. Juli 2009

Wenn der bevorstehende Urlaub großteils in der Badehose oder im Bikini absolviert werden soll, will eine Mehrheit der Österreicher gute Figur machen. Laut einer aktuellen Umfrage, trachten 65 Prozent – also mehr als 4,1 Millionen Menschen – danach, rasch Gewicht zu verlieren. Vielen ist dabei jedes Mittel recht, das kurzfristigen Erfolg verspricht. Professionelle Hilfe wird überwiegend abgelehnt.


Die Zahlen des Online Markt- und Meinungsforschungsinstituts marketagent.com sind eindeutig: Österreich will im Sommer 29.000 Tonnen an Körpergewicht verlieren. 480.000 mehr als 10 Kilogramm, jeder vierte Österreicher zwischen sieben und zehn Kilogramm, knappe 1,5 Millionen ÖsterreicherInnen wollen noch während des Sommers zwischen fünf und sechs Kilogramm los werden.
 
Frauen wünschen sich eine Reduktion von durchschnittlich 7,4 Kilogramm, Männer um durchschnittlich 6,5 kg. Wunsch abzunehmen korreliert mit BMI – außer bei Untergewichtigen. Übergewichtige und krankhaft übergewichtige Personen möchten überproportional oft an Gewicht verlieren. Paradoxerweise will aber auch jede/r vierte Untergewichtige noch während des Sommers abnehmen. Und: Nur jeder fünfte Befragte (18,3 %) setzt beim Abnehmen auf professionelle Hilfe. Am empfänglichsten für gute Ratschläge sind die 40- bis 49-Jährigen mit rund 25 %. Insbesondere die über 50-Jährigen lehnen fremde Hilfe ab (knapp 70 %). Lediglich jeder fünfte Adipöse (22,5%) will beim Abnehmen Beratung in Anspruch nehmen.
 
Rat holen sich 36 Prozent der Befragten im Freundeskreis, beim Fitness-Trainer, beim Ernährungsberater sowie im Internet. Nur 23,3 Prozent können sich vorstellen, vom Hausarzt Hilfestellung zu erhalten. Auf Fachliteratur setzen 18 Prozent, jeweils 15 Prozent auf die Verwandtschaft und auf Fachärzte, knappe sieben Prozent auf Frauenmagazine. Nur fünf Prozent vertrauen Selbsthilfegruppen.
 
Abnehmen bleibt also überwiegend Privatsache und dadurch anfällig für gefährliche bzw. ungesunde Hau-Ruck-Aktionen. Dem kurzfristigen Erfolg verpflichtet, schätzen viele die Möglichkeiten nicht nur unrealistisch ein, sondern vertrauen auch auf Methoden und Mittel, die oft bedenklich – im besten Fall „nur“ wirkungslos – sind.
 
Das Wiener Programm für Frauengesundheit ist seit vielen Jahren mit dem problematischen Themenkreis der Gewichtsabnahmen zur Erreichung eines bestimmten Schönheitsideals befasst. Experten sind sich einig: Diäten – und insbesondere Blitzdiäten – sind die „Einstiegsdroge“ für Essstörungen. Aus diesem Grund sind auch die alljährlichen Bikinifigur-Bemühungen dort mit Vorsicht zu genießen.
 
Österreichs Männer sind übrigens durchschnittlich 179,10 cm groß und wiegen rund 84 Kilogramm, Österreichs Frauen sind durchschnittlich 167,20 cm groß und bringen knappe 71 Kilogramm auf die Waage. Dieses Ergebnis ergibt die vom Online-Marktforschungsinstitut market-agent.com im Zeitraum Juni 2009 im Auftrag von Johnson & Johnson Medical durchgeführte Studie, bei der 500 Österreicherinnen und Österreicher im Alter zwischen 14 und 59 Jahren zu ihrem Gewicht befragt wurden.

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